Olympiapark München - Parkpflegewerk
Der Olympiapark München wurde für die Olympischen Spiele 1972 als Gesamt-kunstwerk aus Architektur (Behnisch & Partner, Frei Otto), Landschaft (Günther Grzimek) und Design (Otl Aicher) geplant. Sportbauten und Park stehen seit 1998 unter Denkmalschutz. Eine Bewerbung als UNESCO-Welterbe ist derzeit in Vorbe-reitung.
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Erhalt und Pflege des Olympiaparks stellen in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung dar. Der Park wurde zwar nutzerorientiert angelegt, seitdem wächst aber der Druck durch individuelle Nutzungen und vor allem Großveranstaltungen unter veränderten Rahmenbedingungen stark an. Dazu kommen Klimawandelfolgen wie z.B. Gehölzkrankheiten. Das Parkpflegewerk ist daher eine wichtige gartendenkmal-pflegerische Grundlage.
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Es analysiert neben Planungsgeschichte und ursprünglicher Gestaltung auch heutige Vegetation, Wegesystem, Oberflächenmaterialien und Ausstattung sowie aktuelle Nutzungskonflikte. Ziel ist es, den hohen gestalterischen Wert der Anlage mit Grzimeks differenzierter Gehölzver-wendung, der kunstvollen Boden-modellierung sowie charakteristischen Wegebelägen, Details und Ausstattungs-elementen zu erhalten. Von aktueller Bedeutung sind ebenso Artenvielfalt und Freiraumnutzung in einem mittlerweile stark verdichteten Stadtbereich. Das mit dem Naturschutz abgewogene Ziel- und Maßnahmenkonzept als langfristigem Entwicklungsrahmen enthält auch konkrete Pflegemaßnahmen.
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Seit 2012 werden die zuständigen Unter-haltsabteilungen bei der Umsetzung des Parkpflegewerks und aktuellen Problem-stellungen laufend gartedenkmal-pflegerisch beraten.








Zielplan, Büro Topos / Schulze

Insel Wörth im Staffelsee
Die rund 36 ha große Insel Wörth im Staffelsee bei Murnau blickt mit Funden aus der Bronze- und Römerzeit auf eine lange Geschichte zurück. Im Mittelalter befand sich hier das Staffelseekloster. Nach der Säkularisierung gelangte die Insel in Privatbesitz. 1954 vom Freistaat Bayern erworben, die Bayerische Schlösser-verwaltung ist seitdem für den Unterhalt zuständig.
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Ihre besondere landschaftliche Eigenart verdankt die Insel der eiszeitlichen Topographie mit vielfältigen Stand- ortbedingungen, wertvollem Altbaum-bestand und dem Wechsel von Wiesen und Waldbereichen als Resultat jahrhunderte-langer land- und forstwirtschaftlicher Nutzung. Im 19. Jahrhundert wurden Alleen gepflanzt und das bauliche Zentrum mit Wohnhaus, Kapelle und Wirtschafts-gebäude in eine parkartige Landschaft eingebettet.
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Als langfristiges Entwicklungskonzept, aber auch anlässlich aktueller Probleme wie Biberschäden und Gehölzkrankheiten, beauftragte die Bayerische Schlösser-verwaltung eine Zielstellung, um wertvolle historische Strukturen und Elemente besonders schützen zu können. Auf der Basis einer Auswertung historischer Quellen und der Erfassung von Gehölz-beständen, Wegesystem und räumlichen Bezügen wurden Leitbilder und Ziele formuliert. Die Zielstellung mit einem dreistufigen Zielplan dient als Grundlage für die kontinuierliche Pflege der Insel und dem Erhalt einer wertvollen historischen Kulturlandschaft.






Kloster Seeon - Sanierung der Außenanlagen
Kloster Seeon liegt am Klostersee im Chiemgau (Oberbayern). Seit 1986 befindet es sich im Besitz des Bezirks Oberbayern und wird als Kultur- und Bildungszentrum mit Tagungshotel genutzt. Der Erwerb eines Privatgrundstücks auf der Klosterinsel bot die Möglichkeit, das ehemalige Klosterareal zusammenhängend zu gestalten, wozu ein Gesamtkonzept zur Sanierung und Gestaltung der Außen-anlagen beauftragt wurde. Zu berück-sichtigen waren insbesondere Denkmal-schutz (Denkmalensemble), Naturschutz (NSG und FFH-Gebiet angrenzend), Brandschutz und Barrierefreiheit.
Als Grundlage wurden im Rahmen einer Gartendenkmalpflegerischen Unter-suchung historische Quellen ausgewertet, der heutige Bestand erfasst und gartendenkmalpflegerisch bewertet. Die Nutzgärten des Klosters, die Spuren des späteren „Kurbades Seeon“ und die bis in das 20. Jahrhundert bestehenden Obst- und Ziergärten der Adelsfamilie von Leuchtenberg sind verschwunden. Es konnte keine gartenkünstlerische Gesamt-gestaltung für die Klosterinsel nach-gewiesen werden, dennoch sind die Außenanlagen ein wertvoller Bestandteil des Denkmalensembles. Besonders wichtig sind die Einbindung in die umgebende Kulturlandschaft, die Wahrnehmbarkeit der Klosterinsel als Gesamtheit und die Mischung aus natürlicher Vegetation und gepflanztem Baumbestand.
Das Entwicklungskonzept greift historische Strukturen und charakteristische Eigen-schaften der Anlage auf und verbessert Gesamterscheinungsbild und Aufenthalts-qualität. Die Ausführung des Entwurfs erfolgt schrittweise seit 2016 im Zuge von Gebäudesanierungen (Klosterweg 6 u. Mesnerhaus) und Neubauten (Heizzentrale, Fachberatung Fischerei u. Imkerei). Die Maßnahmen umfassen u.a. Wegebau und Entsiegelung, Erneuerung der Kirchen-treppe, Pflege des Gehölzbestands, Neu-pflanzungen und Anlage von Blühwiesen.
Mesnerhaus (abp Architekten) und Außen-anlagen erhielten eine Anerkennung des Preises „Bauen im Bestand 2025“ der Bayerischen Architektenkammer.








Reinhard-Fieser-Brücke in Baden-Baden Stadtbaugeschichtliches Gutachten
Die Reinhard-Fieser-Brücke, deren Standort auf einen mittelalterlichen Übergang über die Oos zurückgeht, verbindet seit dem 18. Jahrhundert Altstadt und Kurhausviertel in Baden-Baden. Als Kreuzungspunkt der „Bäderachse“ mit der Lichtentaler Allee übernimmt sie eine zentrale Funktion im Stadtgefüge. Im Lauf der Zeit wurde die Brücke nach und nach zu einer platzartigen Situation verbreitert und 1928 durch den Architekten Max Laeuger neu gestaltet. Die Brücke steht unter Denkmalschutz und liegt im Kernbereich der UNESCO-Weltkulturerbestätte Baden-Baden.
In Zusammenhang mit einer umfassenden Sanierung und als Grundlage zur Neuge-staltung von Belag und Umfeld der Brücke beauftragte die Stadt Baden-Baden ein stadtbaugeschichtlich-gartenhistorisches
Gutachten, für das historisches Bild- und Planmaterial ausgewertet wurde. Die Entwicklung der Brücke wurde in sechs Phasen vom 17. Jahrhundert bis heute eingeteilt. Anhand der historischen Quellen wurden ihre jeweilige Funktion und Gestalt sowie der stadträumliche Zusammenhang analysiert und ihre Bedeutung als „Stadtentrée“ beschrieben.
Auf Basis der denkmalpflegerischen Bewer-tung von Gestaltungsdetails, historischen Raumkanten und Platzfolgen, Sichtbe-ziehungen und Grünstrukturen im Umfeld wurden Empfehlungen zur Verbesserung der Erlebbarkeit der Brücke, zu Material-verwendung, Flächengliederung, Möblie-rung und stadträumlicher Entwicklung formuliert.
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Zwei weitere von der Stadt Baden-Baden in der Folge beauftragte Gutachten widmen sich in ähnlicher Form dem Hindenburg-platz und dem Goetheplatz (Theaterplatz).





Anlagengenese


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Denkmalbewertung

